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Faschingszug wird immer teurer

Finanzielle Last bedroht Traditionsveranstaltungen - vor 3 Stunden

Nürnberg  - 29 Faschings-Paare bestiegen am Sonntag ein Flugzeug, um zum 56.Prinzenflug aufzubrechen. Um ein Haar hätte der Flug jedoch aufgrund finanzieller Nöte nicht stattgefunden. Und auch der traditionelle Faschingsumzug könnte in der nächsten Saison vom Aus bedroht sein.

Zum 56. Prinzenflug fanden sich gestern 29 Tollitäten am Nürnberger Flughafen ein. Ohne neuen Sponsor hätte er ausfallen müssen. Auch der Faschingsumzug im Jahr 2013 ist wegen steigender Gebühren bedroht.

Klaus Huber hat viel zu tun an diesem Sonntag, eifrig schreibt er Listen, verteilt Bordkarten, begrüßt die Prinzenpaare. Der Vorsitzende der Nürnberger Luftflotte des Prinzen Karneval ist dennoch froh, denn seinem Verein ist es gelungen, kurzfristig einen neuen Sponsor für den Prinzenflug zu finden. Ohne den hätte er nicht stattfinden können.

In den vergangenen Jahren hatte die Finanzierung des Rundfluges stets Air Berlin übernommen, doch nachdem das Unternehmen in wirtschaftliche Schieflage geraten war, wollte es den Gaudi-Flug nicht mehr unterstützen. „Aber wir hatten Glück, Familie Simmel, die in Schwandorf eine Bauherren-Dienstleistung betreibt, erklärte sich spontan bereit, den mittleren vierstelligen Betrag für dieses und nächstes Jahr zur Verfügung zu stellen“, sagt Huber dankbar.

 

Das Geld spielt auch beim traditionellen Faschingsumzug (am 19.Februar, ab 13 Uhr) eine große Rolle: „Die finanziellen Dimensionen für den Zug werden von Jahr zu Jahr größer“, sagt Huber. Doch es sind nicht etwa die Wagen oder die Kostüme, die viel kosten, sondern es sind die Gebühren, die unter anderem für Rettungsdienste wie Malteser oder Technisches Hilfswerk anfallen. Huber wünscht sich eine größere finanzielle Unterstützung seitens der Stadt. „Denn wenn die Gebühren weiter steigen, dann werden wir im kommenden Jahr ein Problem bekommen, wenn es um die Realisierung des Faschingszugs geht.“ Dabei hat Nürnberg mit 30 Wagen, gestaltet von rund zehn Vereinen, einen vergleichsweise kleinen Zug.

Anders in Greding: 60 Wagen ziehen am 21. Februar durch den Ort, bis zu 1000 Narren bilden den Zug, bis zu 10000 Zuschauer kommen zu dem Spektakel. Dort ist die Stadt als Mitveranstalter mit im Boot, wenn es darum geht, den bunten Zug durch den Ort zu gestalten. Bisher hat sich der Verein nicht um Sponsoren bemühen müssen, lediglich die heimischen Wirte finanzieren eine Broschüre. Im Großen und Ganzen sei alles „gut durchfinanziert“, sagt Alexander Hill von der Gredonia Greding. „Doch auch bei uns steigen die Kosten. Wir verkaufen deswegen in diesem Jahr erstmals Sticker für je zwei Euro an die Zuschauer.“

Dass die Umzüge immer teurer werden, ist kein Einzelfall: Auch in Mitteleschenbach ist die Lage so angespannt wie in Nürnberg. Die mittelfränkische Gemeinde hat zwar nur 1600 Einwohner, lockt mit ihrem Umzug (19.Februar) aber jährlich rund 15000 Besucher an. 62 Gruppen finanzieren hier mit im Schnitt 100 bis 1000 Euro die Wagen selbst, doch auch hier ächzen die Organisatoren unter immer strenger werdenden Auflagen der Polizei, wie Katrin Leidel vom Verein Mönchswaldfüchse sagt. „Einige Gruppen fühlen sich so schikaniert, dass sie ihre Teilnahme in diesem Jahr abgesagt haben.“ Damit die Kosten für die Organisation dem Verein nicht völlig über den Kopf wachsen, wird auch hier eine Eintrittsmarke zu einem Euro an die Zuschauer verkauft. Ein Modell, das Schule machen könnte.

Faschingsverein Gredonia Greding e.V.