Die neuen Regenten, die bei dieser Gelegenheit mit den Insignien der macht ausgestattet worden sind, heißen Prinz Matthias I. und seine Lieblichkeit, Prinzessin Daniela I. In ihrer Regierungserklärung lasen die Tollitäten des Faschings 2012 den Stadtoberen zum Gaudium des Narrenvolkes die Leviten. Sie verkündeten, dass eine Wellnessanlage gebaut werden soll, damit der Stadtrat – wenn er denn mal in Klausur geht – es sich hier gut gehen lassen kann. Sie wussten vom etwas eingeschlafenen Tourismus, der neu durchstarten sollte, damit die hochgeklappten Gehsteige ein Ende haben. Und wenn es schon kein Bergrennen in Obermässing gibt, sollte hier wenigstens ein Naturschutzgebiet ausgewiesen oder der Gredinger „See“ so ausgebaut werden, dass Obermässing überschwemmt wird. Dann bekommt der Bürgermeister eine Segeljacht, die Elfer der Gredonia stellen die Rudermannschaft, der Stadtrat fungiert als Wasserschutzpolizei und die Hausfrauengarde tritt im Baywatch-Kostüm auf, verkündeten die Tollitäten.
Weiter forderten die beiden, das Erlenen der französischen Sprach bereits in der Kinderkrippe einzuführen – wegen der Partnerschaft. Letztendlich aber forderten sie alle auf, nachdem die Extrasteuer, die sie einführen wollten, vom Stadtrat abgelehnt worden ist, doch fleißig die Veranstaltungen zu besuchen und so die Gredonia zu unterstützen.
Matthias I. und Daniela I. hatten aber nicht nur während ihrer Rede das Sagen, sondern auch fortan in der Stadt. Zusammen mit den Pumpernickeln hatten sie Bürgermeister Manfred Preischl schnell zur Herausgabe des Stadtschlüssels überredet. „Jetzt kann ich alles relaxed angehen lassen, besser kann’s nicht gehen“, verkündete der entmachtete Stadtchef, ehe er die Arbeit des Faschingsvereins in den höchsten Tönen lobte: „Wir sind stolz die Gredonia zu haben. Sie leistet hervorragende Jugendarbeit, die Kinder haben ihren Spaß beim Tanzen.“ Zum Dank überreichte er im Namen der Stadt einen Scheck.
Eine Lanze für das Prinzenamt brachen die bisherigen Regenten übereinstimmend. „Wir haben keine Minute bereut, ,Ja’ gesagt zu haben und beide den Fasching, der sehr harmonisch war, genossen. Es war für uns ein großes Erlebnis, eine Supergeschichte und Stressabbau pur“, versicherte Robert Kratzer. Seine Prinzessin Bärbel sagte Dank dem „tollen Publikum, dass uns in Greding immer sehr herzlich aufgenommen hat“. Beide wünschten ihren Nachfolgern genauso viel Spaß und Erfolg wie sie ihn hatten, und warben für weitere Nachfolger im Amt.
Frenetisch feierten die närrischen Untertanen die alten und neuen Regenten Matthias und Daniela, die einen schwungvollen Prinzenwalzer aufs Parkett legten und dafür mit Riesenapplaus und lauten „Gredonia-Helau-Rufen“ belohnt wurden.
Präsident Alexander Hill bot mit seiner Crew beim Eröffnungsball die gesamte Mannschaft der Aktiven auf und sorgte so für einen gelungenen Einstieg in die närrische Session. Die Gredonia sei da, um in der trüben Zeit für Freude zu sorgen, verkündete Alex Hill zu Beginn.
Das Brauchtum mache den Fasching aus und sei fester Bestandteil, deshalb sei die im vorigen Jahr neu geschaffene Formation der Pumpernickel vergrößert worden auf 17 Mitglieder. Zu den Pumpernickeln gehören jetzt auch Frauen, außerdem wurde der Schwarznickel geschaffen, der das Böse in der Gruppe verkörpert.
Es gehört aber auch zum Fasching, führte Hill weiter aus, die Herrschenden kritisch zu betrachten – und das geschehe heute wieder mit viel Lokalkolorit. „Der Stadtrat kriegt sein Fett weg – das muss so sein, dafür kriegen wir Zuschüsse.“
Die Gredonia will vielen Gelegenheit zur Freude und zum Tanzen geben, betonte der Präsident, der nicht nur die neue Kindergarde, sondern alle Aktiven vorstellte und festhielt, dass die Gredonia den ganzen Fasching über für fröhliche Stunden sorgen werde.
Tanz stand den ganzen Abend sowohl bei den Gredonianern wie auch beim Publikum im Mittelpunkt. Zu den Klängen der Band NonPlusUltra konnten alle in den reichlich angebotenen Pausen das Tanzbein schwingen, zwischen den Showblöcken mit hervorragenden Darbietungen der Kinder- und Jugendgarde – letztere übrigens in neuen Kostümen –, der Minis und Funken, der Sweathearts und der Prinzengarde. Für den krönenden Abschluss sorgte einmal mehr die Showtanzgruppe.
Laut wurde es als die Pumpernickel ihre Peitschen schnalzen ließen, ehe sie auf den ersten Brauchtumsumzug am 17. Februar hinwiesen. Wolfgang Ritter informierte, dass der Förderverein Veranstalter des Eröffnungsballs und der Prunksitzung ist, und damit die Jugendarbeit finanziere. Er hat die Pumpernickel aufgebaut und auch einen Teil der neuen Juniorenkostüme finanziert. Ohne Sponsoren geht es nicht, warb er um weitere Unterstützer – und so wurde in den Kreis der Senatoren Arno Bitterwolf aufgenommen, der als langjähriger Fastnachter und ehemaliger Prinz von Kipfenberg versprach, die Gredonia weiter zu fördern. Orden und Bussis, den Dank der Fastnachter, gab es für alle Akteure und den Orden des Fastnachtsverbandes Franken für Michael Högn für seine langjährige aktive Mitarbeit.
Von Josef Sturm